Vision
Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg
Wann immer es Missverständnisse, Konflikte oder Distanz zwischen Menschen gibt, ist der beste – oft der einzige – Weg nach vorn, unsere Kommunikation zu verbessern. Ich glaube, dass Kommunikation der Schlüssel zum Erfolg ist, denn Erfolg – ob persönlich oder beruflich – hängt davon ab, sich mit anderen Menschen zu verbinden. Wenn wir die falschen Worte oder zu wenige oder zu viele verwenden, kommunizieren wir nicht richtig, verfälschen die Verbindung, und wir riskieren Verallgemeinerungen oder Haarspaltereien sowie andere Phänomene. Worte lösen Assoziationen aus, die zwischen Individuen stark voneinander abweichen können. Deshalb kann es zu Missverständnissen und Konflikten führen, wenn man in einem Gespräch nur die eigene Bedeutung eines Wortes annimmt und zulässt. Um diesen Effekt zu minimieren, müssen wir bereit sein, spontan umzuformulieren – was Übung erfordert. Viele Dinge im Leben können je nach Perspektive gut und/oder schlecht sein, aber was ist eine subjektive Perspektive wert, wenn man nicht die richtigen Worte findet, um sie weiterzugeben? Es ist kein Zufall, dass Kommunikation – zum Guten wie zum Schlechten – das Merkmal der erfolgreichsten und mächtigsten Berufe der Welt ist: Politiker, Influencer, Verkäufer, Life Coaches … sie alle haben eins gemeinsam: Sie finden die richtigen Worte, um sich so auszudrücken, dass es bei anderen ankommt. Wählen sie die falschen Worte, stimmen die Menschen nicht zu und/oder fühlen sich unwohl und lehnen es ab. Ohne Kommunikation bleiben unsere Gedanken und Gefühle was sie sind und entwickeln sich nicht weiter. Und ohne gute Kommunikation treffen sie nicht so ins Ziel, wie sie sollten.
Das Fortschritts-Plateau
Fortgeschrittene Lernende erreichen ein Plateau und haben große Schwierigkeiten, ihre Fähigkeiten weiter zu verbessern. Sie erreichen einen Punkt, an dem sie zwar neue Wörter und Wendungen hören, diese vielleicht sogar verstehen, aber nie verwenden, und sie daher nicht vollständig verinnerlichen. Oder sie leben in einem Land, in dem sie in der Zielsprache mit Einheimischen interagieren, die keine Lehrer sind und keine Zeit haben, sich zu wiederholen. Doch genau diese Gespräche sind pures Gold für jeden ernsthaften Lernenden, denn authentischer geht es kaum. Leider enden diese Gespräche ohne weitere Verarbeitung, die Inhalte verblassen schnell und werden vergessen. Diese Lücke zu schließen, diesen kleinen Extra-Schritt zu gehen, genau das beabsichtigt die AEIOU (dev)-Plattform zu erreichen, vielleicht nicht jetzt, aber in der Zukunft. Und mit der Technologie, die uns zur Verfügung steht oder stehen wird, können wir diesem Ziel bald näherkommen.
Sprache ist unsere Kultur, unsere Identität
Eine Sprache zu lernen sollte nicht einfach bedeuten, Wörter oder Sätze wortwörtlich zu übersetzen. Es steckt so viel mehr dahinter als nur der aktuelle Kontext – in jedem Ausdruck, jeder Redewendung und jedem Wort ist so viel verborgen. Sieht man genauer hin, liegt ein Stück Kultur, Erbe, Literatur und/oder Geschichte darin verborgen. Sprache ist und sollte in erster Linie ein Mittel zum Zweck sein, doch sie gewährt uns zugleich einen Blick in die Vergangenheit – in einfachere Zeiten, in denen ein Wort viele Bedeutungen haben konnte, oder in eine komplexere Vergangenheit, in der viele verschiedene Wörter verwendet wurden, um etwas zu beschreiben, das wir heute als identisch ansehen. Warum studieren wir bis heute tote Sprachen? Warum lernen wir immer noch Latein? Weil es uns die Geschichte unserer Kultur lehrt und uns den gemeinsamen Nenner der Sprachen zeigt, die wir heute verwenden. Wer diesen Zugang zum Sprachenlernen pflegt, erkennt, wie nah sich die Sprachen eigentlich sind – weil viele Sprachen gemeinsame Wurzeln haben. Das kann unseren Wortschatz und unsere emotionale sowie konzeptionelle Bandbreite enorm erweitern und unseren Ausdruck und unsere Kommunikation verbessern.
In unserer heutigen Zeit sind wir ständig von immer leistungsfähigeren Computern umgeben. Während sie uns früher geholfen haben, produktiver, organisierter und eine bessere Version unserer selbst zu werden, denkt und räsoniert allgegenwärtige KI inzwischen eigenständig, und die Computer ersetzen uns entweder bereits jetzt oder werden es bald tun.
Das ist nicht wieder ein „Technology gets in the way“-Moment. KI steht uns nicht „im Weg“, sie ist nicht lästig oder mühsam, im Gegenteil – sie wird etwas zu praktisch, nämlich so sehr, dass sie unsere eigene geistige Kapazität ablöst, in den Hintergrund drängt und unterfordert. Wir vergessen ganz, dass wir einen sehr effizienten und altbewährten organischen Computer stets mit uns führen, der zumindest gepflegt und idealerweise verbessert werden sollte. Dafür braucht er aber Training! Wenn wir unser Gehirn, unser Gedächtnis und unsere Lernfähigkeit nicht herausfordern, verlieren wir dabei unsere Intelligenz und unsere Identität – und die Intelligenz ist nun mal was uns als Homo Sapiens definiert.
Die Vision, die ich für diese Plattform habe, ist es, uns nicht der KI zu ergeben und damit zu riskieren, unsere Kultur und Identität zu verlieren, sondern das Beste aus beiden Welten zu finden. KI soll uns nicht ersetzen oder unser Denken und Sprechen diktieren, sondern wir sollen von den Werkzeugen profitieren, die KI uns bieten kann, und dadurch unsere eigene Ausdrucksweise erweitern und verbessern.
Viele von uns fürchten, dass die Arbeitsplätze und Lebensgrundlagen gefährdet sind, und wir fragen uns, was wir in einer Zukunft tun werden, in der KI alles besser und schneller kann als wir. Was wird unser Zweck sein, wenn es keine Arbeit mehr gibt? In diesem Szenario droht uns eine existenzielle Krise, und wir müssen uns fragen: Was definiert uns? Wenn nichts mehr zu erledigen ist, werden wir dann ausgebrannt sein oder frei? War alles nur ein Problem, das gelöst werden musste, oder war der Weg selbst das Ziel – und werden wir kreativ genug sein, darin einen Sinn / einen Selbstzweck zu finden? Was das mit dem Sprachenlernen zu tun hat: Ist die Sprache, die du lernst, ein Problem, das behoben werden muss, oder hat sie einen Selbstzweck? Wie beantwortest du diese Frage?
Viel Spaß beim Lernen!
Fred
